Gewöhnliche Umstände

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Liebe Freunde komischer Köpfe.

Was Gedanken angeht, bin ich oft etwas vergesslich. Wenn ich mal meine, einen guten zu haben, schwupps, ist er ein paar Augenblicke später schon wieder weg. Ich suche die Schuld dann gerne bei mir, hachje, das Alter, die Schusseligkeit. Man sollte die Schuld aber auch mal bei den Gedanken suchen. Warum hauen die einfach ab? Warum schaffen die es nicht, bei mir zu bleiben? Bin ich nicht interessant genug? Halten sich die Gedanken heutzutage für etwas Besseres? Diese arroganten Säcke interessieren sich ja nicht für mich, sondern nur für sich selbst. Sie wollen gefallen und suchen Selbstbestätigung im Kampf um die immer knapper werdende Aufmerksamkeit. Ist ja im Grunde auch verständlich, denn die Gedanken sind zu viele geworden. Da muss jeder eben sehen, wo er bleibt.

Andererseits: Vielleicht ist ein Gedanke, der sich nicht von mir merken lassen will, auch total fürsorglich und rücksichtsvoll. Vielleicht wusste der Gedanke ja irgendwie, dass er nicht gut für mich war und ist dann wieder abgezogen: Ups, falscher Adressat, sorry, ich gehe lieber ein Häuschen weiter. Vielleicht war es ein doofer Gedanke, und er wollte mich durch sein schnelles Verschwinden schützen? Das wäre ja total lieb. Da würde so ein Gedanke ja mal richtig mitdenken und mein Wohlbefinden in den Mittelpunkt stellen, nicht sich selbst.

Möglich ist aber auch, dass es weder ein besonders guter noch ein besonders blöder Gedanke war. Vielleicht sind die Fluchtgedanken weder arrogante Säcke mit Superheldenattitüde noch fürsorgliche Kümmerer, die mich schützen wollen. Vielleicht sind es einfach nur Normalo-Gedanken, und ich bin einfach nur ein minderbemittelter Merker. Wer weiß das schon? Der Kopf ist eben ein lustiges Gerät.

In diesem Sinne, hier, bitte schön, die Gedanken der letzten Wochen, gebündelt als buntes Merkheft. Schönes Denken und Vergessen, Ihr Kopfkinder.


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