Geduldig wie Felswände

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Liebe Freunde höchster Höhlenkunst,

na? Haben euch die Ambitionen heute schon in den Arsch getreten? In welcher Höhle begegnet Ihr dem exponentiellen Siechtum? Naja, man sinkt mit seinen Ansprüchen. In der Welt gibt es gerade allerlei Dinge. Manches verändert sich, manches bleibt. Ich zum Beispiel: vor der ganzen Kacke Miesepeter, während der ganzen Kacke Pandemiesepeter, nach der ganzen Kacke wahrscheinlich auch nur: neunormaler Nichtsnutz.

Krise, Kollaps, Chaoszeiten – was es braucht sind Heiterkeiten. Huch, habe ich das gesagt? Lasst mich etwas Dunkelheit und Farbe in den Tretmühlenwahnsinn schütten und euer zufallsroutiniertes Zerschellen an den Klippen des Alltäglichen kurz unterbrechen. Mir ist vor einiger Zeit ein Buch über Höhlenmalerei in die Hände gefallen, und ich habe das zum Anlass genommen höchst selektiv die Streichseiten auszuwählen, nämlich nur die, auf denen nischenberühmte Skizzen abgebildet waren: Bilder von Felsbemalungen, die in irgendeiner welt- oder dorfbekannten Höhle in Südfrankreich gefunden wurden. Schien ganz interessant zu sein, das Buch, aber was weiß ich schon, ich schaue mir ja nur die Buchstaben an. Hier also das Ergebnis, die höhlenhaften Textverdunkelungen der letzten Zeit. Wie immer: nehmt davon, was zu gebrauchen ist und verwerft alles, das nicht produktiv zu irritieren vermag.

In diesem Sinne: vermeidet schadhafte Gedanken, ersucht und erfindet euch, praktiziert achtsames Kri-Zen. Wir sehen uns im Sonnenlicht, wenn wir die dunklen Gänge dieser Tage hinter uns gelassen haben und uns nostalgisch lachend mit einer Quaranträne im Auge an das ganze Gewese erinnern.

Mit freundlichen Grüßen werfe ich Euch einen Systemrelevhandkuss zu und sage: bis übermorgen!
Euer Distanzlehrer Isolatius, Herrscher über Dunst und Makel

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