Ankern in Gewitterwolken

DirkVeröffentlicht von

Liebe Freunde häuslicher Hoffnung.

Neueste Forschungen haben ergeben, dass das Jahr 2020 nicht mehr alle Latten am Zaun hat. Das mittlerweile in Stoik festgefrorene Gesicht ankert hoffnungsvoll in den Gewitterwolken der Gegenwart und begegnet sich jeden Morgen neu im Spiegel. Ereignisse haben stattgefunden, finden statt, werden stattfinden, werden stattgefunden haben. Menschen äußern sich und verändern ihr Äußeres. Menschen ohne innere Mitte gehen bis zum Äußersten und zerschellen an den Klippen des Alltäglichen. Es ist die Zeit, ein freundliches „Danke“ in die weitestgehend nicht einwandfreie Zeit zu säuseln. Danke an all die Bedenken und unzugänglichen Möglichkeiten, die uns in ihrer Vielfalt so unnütz ermüden.

Die Komplexität ist sich selbst nicht mehr genug. Der alte Zustand ist nicht mehr wahrscheinlich, auf das Belieben ist Verlass. Und auf die Menschen, deren Weitblick von der Wand bis zur Tapete reicht. Auf die Menschen, deren Aufmerksamkeitsspanne so groß ist wie die eines Eichhörnchens. Kein Verlass hingegen ist auf die Unbekümmertheit, die inzwischen auch so kompliziert geworden ist, dass man sich zweimal fragt, ob man wirklich ein Gespräch mit ihr beginnen möchte. Aber mit wem möchte man sprechen? Wie wäre es zur Abwechslung mal mit einem stillen Dialog? Ein schweigsames Gespräch mit den Textverdunkelungen der letzten Wochen? Lustigerweise sind es genau 13. Als hätte man es geplant.

Wie auch immer. Hier also die Covid-19-Edition der jüngsten Schwarzmalereien. Setzt euch. Setzt euch damit auseinander. Setzt euch zwischen die Stühle eurer multiplen Identitäten, gönnt ihnen einen achtsamen Gesprächskreis mit sich selbst, sie haben sich bestimmt viel zu sagen. In diesem Sinne: schönen Sommer, bleibt gut, erholt euch und lasst der Phantasie Schwingen wachsen.

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