Der Stand der Dinge möchte sich gerne setzen. Die aktuelle Lage kann nicht aufstehen. Ein ganz normaler Tag. Zum Glück habe ich in den Außentaschen meiner Hoffnung noch ein paar Taschentücher und kann dem Alltagsleben mehr bieten als nur mein zerrupftes Befinden. Mir ist schon ganz schwummerig vom vielen Zeitwenden. Das Begrüßungsgrunzen jedes einzelnen Tages ist nichts als eine absurde Mischung aus Welt-Emergency und Schulterzucken. Vollkommen bedient starre ich mit leerem Blick in die Welt. Eigentlich möchte ich ja gerne die Krise zerbrechen – und nicht an ihr. Stattdessen 20.000 Zwischenfälle in 80 Tagen. Ein schlechter Witz. Ich fühle mich ganz weich an den Rändern.
Die Luft macht eine scharfe Biegung, und der Staub auf dem Schweigen hängt lose herab. „Take it easy“, sage ich der Seele ständig, aber die beruhigt sich offensichtlich nicht. Mittlerweile bin ich richtig gut im „Fuck“ sagen. Ich habe gelesen, dass alle Gitterkonstruktionen der Orientierung ein Tor ins Freie haben. Vielleicht habe ich das aber auch aus dem Zusammenhang gerissen. Egal. Zur Standortbestimmung reicht es zu wissen: dort, wo es merkwürdiger ist als du denkst, da ist hier. Und was das Ziel angeht: Vielleicht ist manches, was man hofft, ein Irrtum. Vielleicht aber auch nicht. Das Schlimmste ist ja, wenn die Möglichkeit vergisst, dass es sie gibt.
Wir sollten es ganz einfach richtig machen und dem Glück sagen, dass es nicht in einem allgemeinen Seufzer endet. Die miese Laune ist nur auf der Durchreise. Vergewissern wir uns, dass wir hier sind, um nicht immer an dieselbe Scheiße zu denken.