Unweit des Wahnsinns

An einer Stelle unweit des Eingangs in den Wahnsinn machte Jens Frustic eine Pause. Draußen brach der Tag an, aber im Kopf … Zerstörung. Frustič war ganz wirr, und sein Hirn stöhnte ganz von selbst. Der Himmel leuchtete neon. Nicht mehr weit bis zum Ziel.

„Ich kann nicht mehr“, rief der Horizont und weitete sich.

Wenn du den Kopf hängen lässt, siehst du den Boden der Tatsachen. Der weiß natürlich sehr genau, wie hart er ist, und er antwortet stets mit einem heldenmäßigen Schulterzucken. Also schau nicht runter. Sonst feiern die Gesichtszüge Entgleisungsfest. Schau nach vorne.

Frustič mobilisierte die letzten Kräfte und tänzelte durch die außer Kontrolle geratene Wirklichkeit bis zum Rand des Wahnsinns, wo er mit wenig vorhandenen Mitteln einen Stuhlkreis aufbaute und das Wohlbefinden in den Mittelpunkt stellte. Center Piece.

Sagenhaft, hervorragend, elegant waren nur drei Wörter, die Frustič von seinen Gedanken hörte, die nach und nach auf den Stühlen Platz nahmen. Zufrieden verschränkte er die Arme hinter seinem Kopf. Wie schön, dachte er, alle wissen, ich habe Stil. „Imposant wie zehn leere Pappkartons“, hüstelte ein Gedanke und rutschte auf seinem Stuhl hin und her. Frustič nahm es gelassen. Er wunderte sich des Öfteren gar nicht mehr.

„Ihr seht wirklich gut aus, manchmal“, sagte er und grinste. Dass er sich am Rand des Wahnsinns befand, hatte er fast schon vergessen. „Heute sind die bunten Gedanken wirkungsvolle Stabilisatoren für mich“, sagte er weitschweifig in die Runde. Es klang aber wie ein semi-erfolgreicher Versuch der Selbstüberzeugung. Ein Gedanke merkte die dezente Unsicherheit in Frustičs Stimme und ergriff das Wort. „Ich denke, ich kann für die ganze Gruppe sprechen, wenn ich sage: Die Gedanken denken nur Schönes heute, und du badest in Sinn.“

Geht doch, dachte Frustič. Heute ist mein Tag!